Social Media Reloaded

Manchmal bin ich wie die Raupe Nimmersatt. Wenn ich mich in ein Thema reingefuchst habe, dann möchte ich immer noch mehr darüber wissen. So kommt es, dass ich gestern die Veranstaltung mit Dirk von Gehlen und Professor Christoph Neuberger im Münchner Presseclub hatte (einen Bericht davon wird es in Kürze von Christian geben, den ihr hier lesen werden könnt) – und heute als Teilnehmer bei den Münchner Mediengesprächen im BayernForum (FES) war.

Das Thema, dreimal dürft ihr raten… „Crossmedia – wie Redaktionen wirklich arbeiten“.

Wobei an diesem Abend Crossmedia ziemlich wild durcheinandergewürfelt wurde mit Social Media. Der Grund: Es waren zwei Social-Media-Experten auf dem Podium. Eine davon Ulrike Langer aus Köln (www.medialdigital.de), der andere Matthias Lange aus Maisach (www.redaktion24.de). Dazwischen Michael Schmidt von BR Klassik und Moderatorin Gabriele Hooffacker.

Der Einzige, der etwas zu crossmedialem Arbeiten ausgeführt hat, war Michael Schmidt. Er erklärte, dass durch die Einbindung von Audio, Podcast und Video neue User gewonnen werden könnten. Es gehe dabei um „multimediale Musikvermittlung“ – was der BR-Klassik-Redakteur als bildungspolitische Aufgabe ansieht.

Matthias Lange war vor allem damit beschäftigt, sich selber gut zu vermarkten. Aber er ist ja auch der Meinung, dass Journalisten heutzutage zu Marken werden müssten. Man müsse eine Leser-Marken-Bindung statt einer Leser-Blatt-Bindung aufbauen. Damit hat er wahrscheinlich sogar Recht. Auf seiner Homepage schreibt Lange: „redaktion 42 bietet die gesamte Palette eines modernen Dienstleisters im Bereich der professionellen Kommunikation.“

Kommuniziert hat Lange an diesem Abend zum Beispiel, dass er findet: „Printunternehmen machen zu viel und nichts richtig.“ Sie müssten zu Medienunternehmen werden und davon wegkommen nur Überschriften zu twittern. „Eine Redaktion braucht heutzutage Arbeitsplätze mit Videoschnitt, und zwar nicht einen sondern viele – und die Mitarbeiter brauchen eine andere Ausbildung.“

Als Best-Practise-Beispiele wurden wieder einmal ZEIT ONLINE und die App von tagesschau.de angeführt. „Vor allem bei ZEIT ONLINE werden die User ernst genommen, das zahlt sich aus“, erklärt Ulrike Langer. Sie sagt weiter: „Billig ist das alles nicht.“ Zwar bekomme man einen Facebook- und Twitter-Account für umsonst, aber um diesen wirklich zu nutzen braucht es Zeit. Und die Zeit solle man investieren, um auf sich aufmerksam zu machen. „Es gibt keinen konkreten finanziellen Nutzen, wenn man sich in sozialen Medien bewegt“, erklärt die Journalistin. Denn Twitter sei in erster Linie ein „Nachrichtenaggregator“ und ein „Kommunikationswerkzeug“.

Das Thema Geld und Einkünfte bewegte auch das Publikum, kamen doch immer wieder Fragen genau dazu aus Richtung des Publikums. Auch auf Facebook könne man nichts verdienen, erwidert daraufhin Langer, aber es sei ein tolles Netzwerk für Beziehungen und private News.

Langfristig könne man sich mit Hilfe von Facebook und Co. als „Kompetenzzentrum für ein bestimmtes Thema“ etablieren. Matthias Lange ergänzt: „Ich muss es schaffen, dass ich Follower bei Twitter habe, weil ich interessant bin.“ Da wären wir wieder bei der Marke… zum Schluss wurden dann noch einige allgemeine Aussagen platziert.

Die Nachrichtet findet dich.

 

Die Gatekeeper-Funktion hat ausgedient.

 

Der Journalist wird künftig zum Pfadfinder und übernimmt die Funktion des Moderators und des Navigators.

Plötzlich kommen mir diese Sätze ziemlich bekannt vor. Denn wider Erwarten war das Thema heute nicht „Crossmedia“ sondern „Social Media“. Und darüber habe ich gestern schon ziemlich viel Neues erfahren.

Text: Pauline Tillmann

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