Archive for Oktober 2010

Praxisnahes Journalistenseminar in Berlin zu aktuellen EU-Themen

Oktober 30, 2010

Das europapolitische Portal EurActiv.de veranstaltet erstmals ein Trainingsprogramm, das jungen Journalisten Erfahrungen in der EU-Politik und in Online-Medien vermittelt.

Seminardauer: 15. bis 19. November 2010 (täglich 12 bis 17 Uhr)

Ort: Haus der BundespressekonferenzSchiffbauerdamm 40/ 0107, 10117 Berlin

Bewerbungsschluss: 12. November 2010

Themenspektrum:

  • die EU-Institutionen seit dem Lissabon-Vertrag
  • die Digitale Agenda der EU
  • die Finanzreformendie Energiepolitik
  • die Regionalpolitik
  • die Ergebnisse der Interviews und Hintergrundgespräche können tagesaktuell publizistisch verwertet werden.

Seminarsprache: Deutsch

Kosten: Keine

Auswahlkriterien: Journalistische Erfahrung erforderlichRegelmäßige Tätigkeit für ein Medium mit einem gültigem Presseausweis und Grundkenntnissen über Online-Journalismus sowie Social Media (Netzwerke, Blog usw.)

Anmeldung, Information: redaktion@euractiv.de oder Telefon: 030 2060 5151

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Junge Journalisten tauschen sich mit Finanzexperten aus

Oktober 28, 2010

Wie kann ich finanziell für das Alter vorsorgen? Wie zahle ich sicher im Internet? Und wie berichte ich darüber, um dem Leser verständlichen Service zu bieten? Um diese Fragen ging es beim 12. Finanz-Presse-Forum, das der BJV zusammen mit der Sparkassen-Finanzgruppe Bayern in Wildbad Kreuth veranstaltete.

Hinterher ist alles einfacher, als es vorher aussah. Im Idealfall denkt das der Leser, Zuhörer oder Zuschauer, wenn ihm Medien ein Thema näherbringen. Besonders in Bereich Wirtschaft und Finanzen können diese Themen sehr komplex sein. Deshalb ist gerade hier die Fähigkeit der Journalisten gefragt, zielgruppengerecht und praktisch zu arbeiten. Ihnen das nötige Wissen zu vermitteln und Vorschläge zur Umsetzung zu geben, das bleiben die Ziele des Finanz-Presse-Forums auch in diesem Jahr.

Kernstück der knapp dreitägigen Veranstaltung sind deshalb die Vorträge der Experten aus der Sparkassen-Finanzgruppe. So geht es zunächst um die BayernLB. Sich stärker an den Bedürfnissen des Mittelstandes zu orientieren sei dabei ein zentrales Merkmal der „neuen“ BayernLB nach der Pleite im Auslandsgeschäft. Vertreter der LBS Bayern verlangten, die Möglichkeiten des Bausparens, vor allem der Riester-Förderung, anschaulich zu vermitteln. Gerade im Lokaljournalismus seien Fallbeispiele hilfreich. Danach widmen sich Monika Kummer von Bayern Card-Services und Hans Schmid vom Sparkassenverband der Sicherheit im Zahlungsverkehr. Im wachsenden Geschäft des E-Commerce, also des Handels über das Internet, sei dieses Thema brisant wie nie. Da die Betrugsversuche immer geschickter werden, müssten auch die Finanzanbieter Innovationen präsentieren. Hier gebe es interessante neue Angebote, wie zum Beispiel einer sofortigen SMS-Benachrichtigung bei Abbuchungen aus dem Ausland. Zuletzt wird die Frage gestellt, wie eine Lebensversicherung der Altersvorsorge dienen kann. Auch hier sei die Information über die staatliche Förderung wichtig. Zu allen Themen können die Teilnehmer Fragen stellen und Ergänzungen verlangen. Die lebhafte Diskussion moderiert Alexander Kain. Der stellvertretende Chefredakteur der Passauer Neuen Presse gibt außerdem Tipps, wie man die besprochenen Themen im Redaktionsalltag kreativ umsetzen kann.

Alexander Kain (PNP) moderierte die Diskussionen und gab praktische Tipps

Die 24 jungen Journalisten aus ganz Bayern bekommen beim Finanz-Presse-Forum auch die Möglichkeit, mit erfahrenen Kollegen über deren Fachgebiet zu sprechen. Am ersten Abend erzählt Bernd Ernemann von seiner Arbeit. Er ist Chefredakteur von MUNICH ONLINE und leitet dort die Webpräsenzen von Münchner Merkur und tz. „Das Wichtigste überhaupt“, sagt er, „ist an der Zeitungsmarke zu arbeiten.“ Der Leser müsse merken, dass die Zeitung online noch mehr zu bieten hat – auch wenn das im Fall des Münchner Merkur und der tz momentan nur die Anreicherung der Zeitungsausgabe ist. Eigene Artikel entstehen in der Onlineredaktion nicht. Man müsse als Onlinejournalist immer daran denken, dass der Nutzer gerade in der Arbeit sitzt. Deshalb seien Bilderstrecken und Blaulichtthemen wichtig, um leichte Kost zu bieten. „Manchmal ist es deprimierend, was der User will“, gibt Ernemann zu. Trotzdem sei der Beruf des Journalisten so spannend wie nie zuvor.

Am zweiten Abend werden die Teilnehmer mit der Kutsche zur Schwaigeralm gefahren, wo ihnen Wolfram Weimer das neue Konzept des Focus vorstellt. Der Gründer des Politmagazins Cicero hat dort Anfang September zusammen mit Uli Baur die Chefredaktion von Focus-Vater Helmut Markwort übernommen. Jetzt plant er dort tiefgreifende Änderungen, will das Nachrichtenmagazin „ein Stück weit neu erfinden“. Am aktuellen Heft beschreibt er, was bereits renoviert worden ist. Es gibt einen Debattenteil, der auf prestigeträchtige Gastautoren setzt sowie ein neues Investigativressort. Weimer will die Premium-Idee des Cicero offenbar auf den Focus übertragen und damit zum Leitmedium werden. Wie kann das funktionieren? „Man darf nicht nur auf Nutzwert setzen, sondern auch mal auf Denkwert.“

Wolfram Weimer (Focus) erklärte seine „Quality-Idee“ und forderte „nachhaltigen Journalismus“.

Aber auch außerhalb seines Hauses hofft er auf Veränderung. „Wir haben in den letzten 20 Jahren im deutschen Printjournalismus nicht mehr substanziell investiert“, sagt er. „Nichts ist wirklich geschehen.“ Seinen Cicero nimmt er aus. Dann verlangt er mehr Neugründungen von den Verlagen. „Die Verleger sollen darin investieren, was sie groß und mächtig gemacht hat: Journalismus.“ Print führe zu sehr eine Verteidigungsschlacht. Das könnte zum Verhängnis werden.

Neben dem fachlichen Wissen aus der Finanzwelt wird den Teilnehmern des 12. Finanz-Presse-Forums also auch Innovatives aus der Medienwelt vermittelt. Dabei bleibt genügend Zeit, um Kontakte zu knüpfen und das journalistische Netz um Finanzexperten und interessierte Kollegen zu erweitern. Zum Abschluss gibt es positive Resonanz, vor allem für die praktischen Tipps. Das Forum hat vielen neue Ideen gegeben und dazu ermutigt, in ihrer Arbeit auch Finanzthemen zu behandeln.

Text & Fotos: chp

„Medien – Mittler zwischen den Völkern“ – Auslandsstipendien für Journalisten in zwölf Ländern Mittel- und Osteuropas

Oktober 26, 2010

Drei Monate als Journalist die neuen Länder der EU und der östlichen Partnerschaft kennenlernen, Themen nicht von außen, sondern aus der Perspektive von mittel- und osteuropäischen Medien betrachten – das ermöglicht das Stipendien-Programm „Medien – Mittler zwischen den Völkern“, das die Robert Bosch Stiftung in Zusammenarbeit mit der Berliner Journalisten-Schule im nunmehr sechsten Jahr anbietet. Es ermöglicht jüngeren Journalisten mit Berufserfahrung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einen dreimonatigen Aufenthalt (vom 1. April bis zum 30. Juni 2011) in Redaktionen in den baltischen Staaten, Bulgarien, Georgien, Polen, Rumänien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, der Ukraine und Ungarn. In dieser Zeit werden sie von Kollegen der jeweiligen Gastredaktion individuell betreut. Die Betreuer sind Journalisten, die in den vergangenen acht Jahren im Rahmen des Stipendienprogramms „Medien-Mittler zwischen den Völkern“ die Möglichkeit hatten, den Arbeitsalltag in deutschen Redaktionen kennen zu lernen. Die Bewerber sollten über entsprechende Sprach- und länderspezifische Kenntnisse verfügen. Für Teilnehmer mit gehobenen Grundkenntnissen der Landessprache besteht die Möglichkeit, diese in einem einmonatigen Intensiv-Sprachkurs zu perfektionieren.

Die Stipendiaten sollen – neben der Tätigkeit für eine Print-, Hörfunk- oder TV-Redaktion in einem der genannten Länder – sich auch als „Korrespondenten auf Zeit“ verstehen, die aus diesen Staaten für ihre Heimatredaktionen berichten.

Auch das „Ursprungsprogramm“ geht weiter. Mittlerweile zum neunten Mal werden junge Journalisten aus Mittel- und Osteuropa zu einem dreimonatigen Aufenthalt nach Deutschland eingeladen. Bewerben können sich Journalisten aus Bulgarien, Estland, Georgien, Lettland, Litauen, Polen,  Rumänien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, der Ukraine und Ungarn sowie erstmals aus Armenien, Aserbaidschan und Moldau.

Der Studien- und Redaktionsaufenthalt vom 1. März bis 31. Mai 2011 in Berlin umfasst im ersten Monat die Vermittlung von Kompaktwissen über Deutschland, die Beziehungen zwischen den Ländern und die gemeinsame Perspektive in bzw. mit der Europäischen Union und in den folgenden zwei Monaten ein Praktikum – je nach Neigung und Angebot – in einer Print-, Hörfunk- oder  TV-Redaktion der deutschen Hauptstadt.

Die Höhe des Stipendiums – sowohl für den Aufenthalt in Berlin wie in den Ländern Mittel- und Osteuropas – beträgt 1100 Euro monatlich.

Die Bewerbungsunterlagen finden Sie unter: www.medien-mittler.de

Bewerbungsschluss ist der 1. November 2010

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Medien – Mittler zwischen den Völkern
Berliner Journalisten-Schule
Karl-Liebknecht-Straße 29
D-10178 Berlin
info@medien-mittler.de

Interview-Werkstatt in Kochel: 19. – 21.11.

Oktober 24, 2010

Ob mit hohen Tieren oder kleinen Fischen – ohne Interview geht es im Journalismus nicht. Vor allem als beliebte Stilform sticht das Interview auf den Seiten von Magazinen und Tageszeitungen ins Auge. Gleichzeitig aber ist es auch eine der wichtigsten Recherchemethoden im Journalismus. Das Seminar behandelt das eigentliche Interview mit grundlegenden Fragetechniken, Tipps für die Gesprächsführung und Rollenspielübungen zu spannenden Themen. Auch die richtige Vorbereitung eines Interviews und die Aufbereitung für das jeweilige Medium kommen nicht zu kurz. Weitere Informationen, die Programme der Seminare und die Anmeldung findet ihr auf www.jpbayern.de.

Recherchereise nach Moldau / Transnistrien

Oktober 22, 2010

Moldawien, Moldova oder Republik Moldau? Das kleine Land zwischen Rumänien und der Ukraine ist in Deutschland unter drei Namen bekannt, doch kaum jemand kennt es wirklich. Die einstige Sowjetrepublik ist das Armenhaus Europas und seit wenigen Jahren direkter Nachbar der EU – und trotzdem für viele ein weißer Fleck auf der Landkarte, genau wie das international nicht anerkannte Transnistrien. Mit der Recherchereise in die moldawischen Städte Chisinau, Balti und Orhei Vechi sowie in die transnistrische Hauptstadt Tiraspol vom 29.November bis 5. Dezember 2010 will journalists.network (www.journalistsnetwork.org) das ändern ändern.

Mit dem Zerfall der Sowjetunion erklärte Moldawien seine Unabhängigkeit. Der Bürgerkrieg endete erst mit dem Einmarsch russischer Truppen. Transnistrien spaltete sich 1992 ab, der Konflikt ist bis heute ungelöst. Die Region mit einer mehrheitlich russischen und ukrainischen Bevölkerung gilt als konservierte Sowjetrepublik. Zudem floriert an der Grenze zur Ukraine der Handel mit Drogen, Waffen und Menschen. In jüngster Zeit ist Moldawien durch seine misslungenen Präsidentschaftswahlen in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Im Frühjahr 2009 scheiterte die Abstimmung, was zu blutigen Protesten der Opposition und zur Auflösung des Parlaments führte. Die Opposition hatte den regierenden Kommunisten Wahlfälschung vorgeworfen und die Wahl des neuen Präsidenten im Parlament boykottiert. Am 28. November findet ein neuer Wahlgang statt.

Unmittelbar nach der Präsidentschaftswahl treffen die Teilnehmer Politiker und Vertreter der Opposition und sprechen mit Verantwortlichen aus der Wirtschaft genauso wie zum Beispiel mit modernen Weinbauern und engagierten Journalisten. An der Recherchereise können elf Journalistinnen und Journalisten teilnehmen, die nicht älter als 35 Jahre sind. Wer von einer Redaktion geschickt wird oder hauptsächlich für diese Beiträge realisiert, zahlt 450 Euro; Selbstzahler, Volontäre und Journalistenschüler 350 Euro. In den Kosten enthalten sind Flüge, gemeinsames Programm inkl. Transport sowie Unterkunft inkl. Frühstück (DZ). Der Abflug erfolgt ab München, die An- und Abreise vom und zum Flughafen München ist von jedem selbst zu tragen.

Die Bewerbung erfolgt bis 27. Oktober 2010 per E-Mail an // moldau@journalists-network.org Warnung: Spamschutz aktiv.
Um diese E-Mail-Adresse sehen zu können aktivieren Sie JavaScript in Ihren Browser-Voreinstellungen und laden Sie die Seite neu!

. Sie besteht aus einem kurzen Motivationsschreiben, einem Lebenslauf und zwei bis drei Arbeitsproben. Bitte skizziert in der Mail auch die Themen und Geschichten, die euch besonders an der Reise interessieren. Eine Bestätigung erhaltet ihr unmittelbar nach Ende der Bewerbungsfrist. Die Reise wird von Oliver Bilger (Süddeutsche Zeitung) und Pauline Tillmann (Bayerischer Rundfunk) organisiert und begleitet. Gefördert wird sie von den Unternehmen Knauf und Strabag.

Nachwuchsreporter gesucht!

Oktober 22, 2010

Die österreichische Tageszeitung „Die Presse“ veranstaltet im Zuge der Aktion „Reporter11“ dieses Jahr erstmals den Zusatzbewerb „Reporter11-Ost“. Gesucht werden Nachwuchsreporter im Alter von 18 bis 26 Jahren, die sich mit einer Reportageidee bewerben. Der Gewinner/die Gewinnerin wird die Idee mit Unterstützung von Außenpolitik-Redakteur Wieland Schneider umsetzen. Alle Kosten trägt die „Presse“. Bewerben können sich Nachwuchsreporter mit Wohnsitz in Österreich. Die Ergebnisse der Recherche-Reise werden in der Printausgabe und der Onlineausgabe der „Presse“ veröffentlicht. Reiseziele für „Reporter11-Ost“ sind Ost- und Südosteuropa (außer Russland und Belarus) und die Türkei. Achtung! Die Berwerbungsfrist läuft noch bis 28. Oktober.

nr-Fachkonferenz Presserecht 29. – 31.10.

Oktober 22, 2010

Noch eine Woche bis zur nr-Fachkonferenz Presserecht: Sie findet von Freitag, 29. Oktober, bis Sonntag, 31. Oktober, am Erich-Brost-Institut in Dortmund statt. Einige Plätze sind noch frei, die Anmeldung ist bis zum Veranstaltungsbeginn möglich. Um noch mehr jungen Kolleginnen und Kollegen die Teilnahme zu ermöglichen, hat nr den Teilnehmerbeitrag für Journalisten in Ausbildung (Studierende, Volontäre, Journalistenschüler, Stipendiaten etc.) von 60 auf 30 Euro gesenkt. Programm und Anmeldung unter: http://presserecht.netzwerkrecherche.de/.

n-ost Reportagepreis: Die Gewinner 2010

Oktober 21, 2010

Vor über 100 Gästen aus Medien, Kultur und Wirtschaft ist am 20. Oktober zum vierten Mal der n-ost-Reportagepreis verliehen worden. Die herausragenden Reportagen wurden bei einer Festveranstaltung im Grünen Salon der Berliner Volksbühne ausgezeichnet.

Drei Journalisten konnten die Auszeichnungen und Preisgelder von insgesamt 3.500 Euro entgegennehmen. Eine elfköpfige internationale Jury hatte zuvor die besten Texte aus 82 eingereichten Arbeiten ausgewählt.

„n-ost zeichnet nicht nur schmissig geschriebene Artikel aus, sondern vergibt einen Preis für das Genre Reportage, und das mit Bedacht“, urteilte Jury-Mitglied und F.A.Z.-Herausgeber Werner D’Inka. Der mit dem ersten Platz prämierte Text über einen Schweizer Bauern in der Ukraine verfüge über eine durchdachte Dramaturgie und hüte sich klug vor Verallgemeinerungen, so D’Inka.

Als einzige Auszeichnung prämiert der n-ost Reportagepreis herausragende Texte über Mittel- und Osteuropa in deutschsprachigen Medien. „Wir setzen uns dafür ein, dass das Osteuropa-Bild genauer, vielfältiger und weniger erwartbar wird“, sagte n-ost-Geschäftsführer Hanno Gundert. Zum ersten Mal fand die Verleihung in Berlin und nicht in Osteuropa statt. „Damit sind wir präsenter in der deutschen Medienlandschaft, die wir mit dem Preis erreichen wollen.“

Die Preisträger 2010 sind:

1. Platz: Sven Behrisch, freier Journalist (2.000 Euro)
Zu einer knappen Stunde Autofahrt hat Sven Behrisch, geb. 1979, die Erfahrungen eines jungen Schweizer Bauern in der Ukraine verdichtet. In „Kein schöner Land“ (Dummy, September 2009) beschreibt er das Durchhaltevermögen, mit der der 28-Jährige sich dort einen eigenen Hof aufbaut und die Brutalität, mit der ihn sein ukrainischer Konkurrent zu vertreiben sucht.

2. Platz: Andreas Albes, Reporter beim Stern (1.000 Euro)
Andreas Albes, geb. 1967, führt in die Stadt Semipalatinsk in Kasachstan, in der das sowjetische Militär mehr als 400 Atombomben testete und dessen Bewohner zu unfreiwilligen Versuchsobjekten machte. Für seine Reportage „Strahlende Zukunft“ (Neon, September 2009) portraitiert er Berik, den „Mann ohne Gesicht“, an dessen Kopf man nur mit Mühe einen kleinen Mund und ein zugewachsenes Augenlid erkennt.

3. Platz: Agnieszka Hreczuk, n-ost-Korrespondentin und freie Journalistin (500 Euro)
Vom Zwiespalt der Arbeit im ehemaligen KZ Auschwitz erzählt Agnieszka Hreczuk (geb. 1975) in „Was vom Entsetzen bleibt“ (Tagesspiegel, 27. Januar 2010). Sie porträtiert eine Konservatorin, die mit Leidenschaft ihren Beruf ausübt – aber bewusst kein Deutsch lernt, um Distanz zu den Gegenständen zu bewahren, die sie in den Händen hält.

Nominiert waren sieben weitere Reportagen:
Ariane Heimbach: Wenn Mama kommt, sind alle Tage wie Ferien (Brigitte, 12.08.2009)
Kevin P. Hoffmann: Nachbars Feuereifer (Tagesspiegel, 20.09.2009)
Raluca Nelepcu: Sie mussten in der Öffentlichkeit schweigen (Banater Zeitung, 10.03.2010)
Eckehard Pistrick: Traubenschnaps und Wolfsgeheul (Eurasisches Magazin, 31.12.2009)
Thomas Roser: Der bunte Zug der Versöhnung (Welt am Sonntag, 17.01.2010)
Tina Veihelmann: Zeiten des Aufbruchs (Dummy, Frühjahr 2010)
Christian Weisflog: Sklave des Vaterlands (Tagesspiegel, 25.08.2009)

Gefördert wurde der n-ost-Reportagepreis 2010 durch die METRO GROUP in Düsseldorf.

Mit dem n-ost Reportagepreis zeichnet das Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung Texte aus, die durch gründliche Recherche, ein außergewöhnliches Thema und hervorragenden Stil überzeugen. n-ost will Ländern und Menschen des östlichen Europas damit ein stärkeres Forum in deutschsprachigen Medien geben.

Mittler zwischen Welten: Zehn belarussische Blogger in Berlin

Oktober 20, 2010

Berlin – Zwei Monate vor den belarussischen Präsidentschaftswahlen am 19. Dezember kommen zehn der wichtigsten belarussischen Blogger zum Dialog mit deutschen Journalisten und zivilgesellschaftlichen Vertretern und New Media-Experten nach Berlin.

Belarussische Onlinejournalisten und Blogger spielen in dem abgekapselten und autokratisch regierten Land eine wichtige Mittlerrolle zwischen postsowjetischer Isolation und globalisierter Informationsgesellschaft. Sie organisieren kreative Formen des zivilen Ungehorsams, entlarven Propaganda in den staatlichen Medien, verfassen bissige Satiren und analysieren die Gesellschaft durch das Auge ihrer Digitalkameras.

An dieser Stelle setzt das dreitägige Trainings- und Vernetzungsprogramm an, dass die Initiative Mittel- und Osteuropa und das Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung n-ost vom 19.-22. Oktober in Berlin veranstaltet.

Auf dem Programm stehen unter anderem eine Begegnung mit FAZ-Herausgeber Werner D’Inka, taz-Chefredakteurin Ines Pohl und dem Blogger und Netzaktivisten Markus Beckedahl. Angesichts der zunehmenden Regulierung des belarussischen Internets erhalten die Blogger zudem eine Schulung des Chaos Computer Clubs, der sich seit Jahrzehnten mit
Internetsicherheit und Telekommunikationsüberwachung beschäftigt. Die Konrad-Adenauer-Stiftung bildet die Teilnehmer in den Grundlagen der politischen Kommunikation fort. Das Vernetzungsprogramm endet am 21. Oktober mit einer Podiumsdiskussion zu den Wahlen in Belarus und der Rolle des Internets.

Programmteilnehmer sind unter anderem: Sergej Chaly, ein unabhängiger Wirtschaftsanalyst und Ex-Mitarbeiter von Alexander Lukaschenkos Regierung, Viktor Malischewsky, Ex-Vize-Chefredakteur einer der wichtigsten belarussischen Zeitungen und heute kritischer Blogger. An dem Programm nehmen ebenfalls zwei Fotoblogger, ein parteipolitischer Blogger, eine liberale Kirchenaktivistin, sowie zwei Redakteure nichtkommerzieller Online-Jugendmagazine teil. Alle zehn Blogger stehen während des Programms für Interviews zur Verfügung.

Die Podiumsdiskussion findet statt am Donnerstag 21. Oktober, um 19 Uhr im Centre Monbijou in der Oranienburger Str. 13/14, 10178 Berlin.

Nächster Stammtisch der Nachwuchsjournalisten Bayerns (NJB) am 20.10. ab 20 Uhr

Oktober 17, 2010
Hey, was machst du eigentlich gerade? Und wer bist du? Journalisten sind neugierige Menschen. Ihre Neugierde können sie beim Stammtisch der Nachwuchsjournalisten befriedigen. Dort treffen sich nette Leute, von denen man vielleicht den einen oder anderen Tipp bekommen kann. Doch vor allem geht es ums Ratschen: Über Journalismus, den bösen Chefredakteur, den doofen Praktikanten oder einfach nur über den super gut aussehenden Typen am Nachbartisch. Auch Journalisten reden über Alltägliches…

Nächster Stammtisch ist am kommenden Mittwoch, 20. Oktober 2010, ab 20 Uhr im Alten Simpl, Türkenstraße 57, München (U-Bahn U3/6 Universität)

Wenn möglich, bitte kurz per E-Mail an Florian.Christner@njb-online.de Bescheid sagen, wer kommt. ACHTUNG: Bitte Handy-Nummer von Florian Christner aufschreiben, falls der Ort kurzfristig verlegt wird oder jemand nachkommen will: 0179 7891443.