Jens Jessen und Volker Herres über Qualität

Bei dieser zweitägigen Tagung in Tutzing durften auch Jens Jessen und Volker Herres über den Qualitätsjournalismus, vor allem im Fernsehen, referieren. Jens Jessen, Feuilletonchef bei der Wochenzeitung DIE ZEIT hat dabei das öffentlich-rechtliche Fernsehen stark angegriffen.

„Das Privatfernsehen habe ich ohnehin schon aufgegeben, das findet auf einem anderem Planeten statt.“ Jessens Rede ist polemisch und zugespitzt, so stellt er beispielsweise die Frage: „Warum hält der Staat das gebührenfinanzierte System überhaupt noch am Leben?“ Und antwortet zynisch, weil die Politiker dadurch die Massen manipulieren könnten. Er stellt zwar fest: „Das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist kein böses Medium, im Gegensatz zur BILD-Zeitung.“ Aber es sei ein hässliches Medium, weil es von Proleten für Proleten gemacht werde und hier vor allem die niederen Instinkte befriedigt würden. Jessen spricht also von einer schleichenden Vulgarisierung und einer Verachtung der Hochkultur, weil davon immer mehr in Spartenkanäle wie Arte und 3sat abgeschoben werden würde. „Die Entfernung der Kultur aus der Mitte der Gesellschaft, das ist das Problem.“ Abschließend bemängelt der ZEIT-Feuilletonist, dass sich auch die Öffentlich-Rechtlichen zu stark von den Quoten abhängig machen würden – gleichzeitig lasse sich aber über Fakten, Kultur und Moral nicht abstimmen. Deshalb schlussfolgert er, man müsse sich zwischen Quote und Qualität entscheiden. Das sieht Volker Herres, Programmdirektor der ARD, ganz anders. Gute Quoten bedeuten in seinen Augen Legitimation und Akzeptanz bei einem breiten Publikum „Und so eines will das Erste mit seinem Vollprogramm ansprechen, hier ist für jeden etwas dabei.“

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